Strandperle in Travemünde

Strandperle am Kaiserkai

Strandperle am Kaiserkai

Immer wieder, wenn der auch nur in Ansätzen architektonisch sensible Mensch an die Lübecker Buch fährt, wird er vom Bebauungszustand der Orte entsetzt. Die gesamte Küstenlinien von Travemünde bis Grömitz ist gepflastert mit Bausünden, da Reihen sich 70er Jahre Fewo-Klötze an Gründerzeitvillen, Campingplatzeinfahrten schmiegen sich Imbissbuden, 08/15-Hotels an Souvenierläden. Es schwebt ein Odor des uncharmanten über der Küste. Höhepunkt ist das Maritim-Hotel in Travemünde, ein nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch aufgrund des dunklen Inneren erschlagendes Gebäude. Unweit davon hat ein hochpreisiges, Entschuldigung, exklusives Hotel aus der Arosa-Kette eröffnet. Sternerestaurant, Spa, usw. Mir liegt die lila-schwarz Farbsprache der Arosas nicht, aber wer es mag… Wo wir beim motzen sind: Aus dem ehemals Casino mit der wunderschönen Terasse, auf der man seine Verluste und Gewinne verarbeiten konnte, ist eine Daddelhalle mit einarmigen Banditen geworden. Demokratisierung der Spielsucht? Eher ein weiterer Schritt in die Piefigkeit der Region.

Ein Silberstreifen am Horizont tut sich unweit dieser Lokalitäten am Kaiserkai auf: Die Strandperle. Ein Paar aus Hamburg hat die Villa vor einigen Jahren übernommen, hervorragend restauriert und ein Cafe und Restaurant daraus gezaubert. Tolle Bildbände, guter Apfelstrudel, nette Eigentümer mit Musikgeschmack. Lesungen. Nicht ganz preiswerte, aber tolle Zimmer mit Ausblick auf das…

Ole Liese, Gut Panker und der Hessenstein

An der Hohwachter Bucht lassen sich exklusiv-bodenständige Tage verleben

Ein paar Tage nach Herbstanfang, die Sonne scheint hell, hat aber an Kraft verloren. Wir kommen auf Gut Panker an, eine noble Adresse, fast schon pitoreskes Ausflugsziel für Wochenendeausflügler, Herberge für eine national bekannte Trakenerzucht, Ort eines sehr guten Restaurants (Küchenchef Richard Kahl, Jacobsmuscheln ist das Stichwort).

Gut Panker

Gut Panker

Das Gut Panker liegt westlich von Oldenburg in der Holsteinischen Schweiz. In der Gegend gibt es mehrere schöne Herrenhäuser, Schloss Weissenhaus beispielsweise ist nicht weiter entfernt. Übernachten kann man auf Gut Panker recht exklusiv in der Ole Liese. Das ehemalige Schulgebäude wurde umgebaut, nur sechs schöne Zimmer. Unter der Woche meist leer, dann hat man die Sauna für sich alleine. So wie wir. Herrlicher Blick auf die Pferdekoppel, wir sind begeistert. Die Verwalter sind nette, unaufdringliche Gastgeber. Mir liegt sowas eher, als die Eigner, die einen jeden Wunsch von den Lippen lesen wollen.

Schloss Weissenhaus

Schloss Weissenhaus

Die Hohwachter Bucht ist ebenfalls nicht weit entfernt, eine der schönsten Buchten der Ostsee. Im Sommer leuchtet das Wasser türkisgrün, man fühlt sich wie an der Adria. (kein Scherz). Wer es weiterhin exklusiv mag, der geht ins Genueser Schiff, dort sitzt man wie im Wohnzimmer eines in Rente gegangenden Fantomas. Gar nicht weit entfernt ist…

Naturschutzgebiet Zollenspieker mit Gasthausbesuch

Erquickliche Runde in der Elbaue – und danach in Zollenspieler Fährhaus

Wenn man ehrlich ist, dann leidet die Hamburger Umgebung an einer unterentwickelten Gasthauskultur. In der Antipode der Hansestadt, nämlich in Bayern, kann man in jedem beliebigen Dorf in ein solides Gasthaus einkehren und wird selten vom Essen enttäuscht. Das hat im Hamburger Umland seltenheitswert.

Uns hat es in letzter Zeit ein paar Mal ins Zollenspieker Fährhaus verschlagen – und gingen sehr zufrieden wieder hinaus. Vorne eine gemütliche Gaststube, hinten ein Restaurant mit Panoramablick – die Küche ist die selbe. Gediegene Hausmannskost, vernünftige Portionen.

Genau das Richtiger nach einem Spaziergang durch das gleich nebenan gelegene Naturschutzgebiet. Ich las gerade nach, Hamburg hat an die 30 Naturschutzgebiete, der Zollenspieker ist das Überbleibsel einer Elbaue und schon von daher einen Besuch wert. Früher, soll heißen vor der starken Besiedelung trat die Elbe regelmäßig über die Ufer und schuf wunderschöne Auenlandschaften. Heute heißt das im Bürokratendeutsch “Vordeichfläche”.

Im Winter naturgemäß karg, da muss man schon genau hinschauen, die seltenen Wasservögel halten sich ruhig. Im Sommer wahrscheinlich ein Paradies. Das Gebiet lohnt den Ausflug per Rad oder zu Fuß.

Hier das Areal bei Google Maps
Hier ein Artikel aus dem Hamburger Abendblatt über das Naturschutzgebiet
Und hier die Webseite des Zollenspieker Fährhaus (nebenbei der…

Heidepeter in Hanstedt

Old-School Cafe mit unglaublicher Buchweizentorte

Im Sommer, vor allem aber zur Heideblüte, werfen Reisebusse ganze Ladungen von Menschen in die Lüneburger Heide. Die anliegenden Cafés bieten nach dem Spaziergang Kaffee und Kuchen. Nicht immer wird man dabei glücklich. Gut, wer den Heidepeter in Hanstedt kennt.
Das Interieur und die Plastikstühle vor der Tür sind zwar nicht gerade im Stilwerk erworben, aber wer will mit solchem Dünkel denken?
Der Kuchen ist der Wahnsinn. Unbedingte Empfehlung: Die Buchweizentorte. Alleine wegen der nehmen manche den Weg aus der Stadt auf sich. Der Kaffee kommt in Kännchen, ist heiß und stark. Koffeinkultur abseits italienischen Macciato-Gefriemels. Besonderes Schmankerl ist ein bayerischer Freund des Hauses, der es sich in der norddeutschen Diaspora nicht nehmen lässt in Tracht rumzulaufen. Der Wirt und echte Heidepeter ist ein Original, inzwischen uralt, aber quicklebendig. Die Adresse:

Heidepeter
Harburger Straße 56
21271 Hanstedt in der Nordheide
Standort (Google Maps)

Achtung, nicht von der Webseite des Heidepeter abschrecken lassen.