Es gilt nach wie vor die Weisheit von Max Goldt: Kinder sind toll, aber Menschen, die Kinder toll finden, sind meistens nicht so toll. Ja, ja, wir Eltern. Trotzdem mag ich nicht allzu oft an Orten sein, die sich in erster Linie als kinderfreundlich bezeichnen. So ein Ort ist beispielsweise das Cafe Sternchance in der Schanze. Etwas eingezwängt zwischen Bahngleisen und der mehrspurigen Schröderstiftstraße hat man einen Rückzugsort geschaffen, der bei Eltern aus der schluffig-lockeren Szene hoch beliebt ist. Das liegt auch an dem guten Essen und deshalb ist das Cafe hier gennannt.
Wen es ebenfalls nicht aus der Stadt treibt kann mit Kind & Kegel in einen der Beach-Clubs gehen. Zentral liegt der Central-Park, auch hier reihen sich die Kinderwagen aneinander. Dann gibts da noch das Cafe del Mar an den Landesbrücken, unser Fall ist das nicht (zu poppig) und den nahe gelegenen Favoriten Strand Pauli. Hier stimmt die Überschrift zwar nicht, denn Essen kann man dort nicht sooo dolle, aber was solls.
Wer den Mut hat und die Plagen ins Auto wuchtet oder eine Radtour wagt, dem seien zwei gute Tipps mitgegeben. Die Aal-Kate liegt weit hinter Wedel nahe Uetersen am Deich. Da werden alle gut bedient, die Kinder, weil sie über den…
In Iserhatsche bei Bispingen probt Uwe Schulz-Ebschbach den künstlerischen Ausnahmezustand und sammelt, sägt und schustert, was das Zeug hält. Sein Mausoleum steht, neuestes Projekt: eine Arche.
Wie soll man das beschreiben, was man vor Ort sieht? Kitsch? Gesamtkunstwerk. Provenzieller Größenwahn? Sagen wir einfach: Großartig skurril. Der Künstler Uwe Schulz-Ebschbach und seine Frau verwirklichen hier auf einem Anwesen in der Nähe von Bispingen seit Jahren. Einige Highlights: Ein Terrassen-Seensystem, ein Bierflaschensammlung mit 16.000 noch original abgefüllten Flaschen aus 168 Ländern, eine ebenso große Streichholzschachtelsammlung, ein Standesamt, ein Raum mit Spinnennetzdach. Und natürlich die Jagd-Villa Iserhatsche, die 1914 im schwedischen Holzbaustil für den Königlich Preußischen Kommerzienrat Ernst Nölle gebaut wurde.
Irgendwie kein magischer Ort, aber trotzdem kommen alle gern. Kosmetikkönig Rossmann schmiss hier vor kurzem eine Party, der Prinz von Hannover kam zu Besuch, auch der Ministerpräsident mit Familie. Man wundert sich, das hier jemand so konsequent alles um sich selbst baut.
Das Anwesen liegt 60 Kilometer vor Hamburg, die Homepage gibt optisch einen guten Einblick in den fröhlichen Wahnsinn. Der Hausherr selber gibt die Führungen. Mit etwas Glück zeigt der Mann einem auch das Mausoleum, in dem er dereinst begraben werden soll.
Teichabfischen in Neuhof, ein alljährliches Spektakel bei Neustadt-Glewe
Demnächst steht wieder das alljährliche Teichabfischen in Neuhof an. Ein Spektakel, oft kommen mehr als 3000 Menschen, um zu sehen, wie die Karpfen und Fische zappeln. In Neuhof liegt die größte Teichwirtschaft Norddeutschlands. Ich bin sonst nicht so ein Angel- bzw Anglerfreund, aber das bunte Treiben ist amüsant. Termin: 7. und 8. November. Nähere Infos und Foto hier.
Boberger Düne. Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Wikimedia.
Die Boberger Dünenlandschaft
Man glaubt es kaum, aber früher erstreckte sich vom Berliner Tor bis Bergedorf eine Dünenlandschaft. Der Sand war wertvoll und wurde immer weiter abgetragen, um den Stadtausbau voranzutreiben. Heute sind daher von der einstigen Pracht nur noch die sogenannten “Boberger Dünen” übrig geblieben. Dort liegt, sorry, bewegt sich Hamburgs letzte Wanderdüne inmitten von Heidelandschaft und Marschwiesen.
Das ist unbedingt einen Ausflug wert, Erwachsene können entspannen, die Kindern im endlosen Sand spielen.
Die Stadt hat einen kleinen Wanderführer für eine Runde in den Dünen ins Netz gestellt; download hier.
Anfahrt mit dem Auto oder Fahrrad:Von der Bergedorfer Straße in “Am Langberg” abbiegen und dann über Schulredder und Boberger Furt zum Ausgangspunkt. Standort bei Google Maps hier (beeindruckende Aufnahmen von oben).
Wer es genau wissen will: Die Stiftung Naturschutz bietet geführte Wanderungen an.
Unter hohen Buchen im Niendorfer Gehege
Ein Kleinod mitten in der Stadt, dieses Niendorfer Gehege. Hohe Buchen, wunderschön im Herbst. Im Gegensatz zum ornamentiert wirkenden Jenisch-Park ist das Niendorfer Gehege naturnah. Wilde Wege sind möglich. Inmitten des Waldes ein Gehege mit Wildtieren. Am Rand eine Pony-Ranch mit netter, Pondarosa-artiger Hütte. Waldcafe Corell, der seltsame Name. Im Sommer sehr beliebt. Ideal als Fahrrad- und Familienausflug. Standort bei Google Maps hier.
Bossard
Psychedelisch anmutende Kunststätte in der Lüneburger Heide
In Worte schwer zu fassen, die Kunststätte Bossard. Eine Wohnanlage eines Künstlerehepaars aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, mit sakralen Räumen, wilder Expressionismus, wertreiche Schnitzkunst, alles und immer sinnsuchend, der Park beruhigt die Seele kaum, wenn das Wort Kunsttempel Geltung hat, dann hier. Dazu ein Odor von Tee und Anthroposophie. Es gibt Führungen, die das Ganze erklären zu versuchen.
Interessant auch für Familien mit Kindern, denn da gibt es viel zu sehen.
Webseite: www.bossard.de