“Paradies auf Erden” - leicht überladen

In Iserhatsche bei Bispingen probt Uwe Schulz-Ebschbach den künstlerischen Ausnahmezustand und sammelt, sägt und schustert, was das Zeug hält. Sein Mausoleum steht, neuestes Projekt: eine Arche.

Wie soll man das beschreiben, was man vor Ort sieht? Kitsch? Gesamtkunstwerk. Provenzieller Größenwahn? Sagen wir einfach: Großartig skurril. Der Künstler Uwe Schulz-Ebschbach und seine Frau verwirklichen hier auf einem Anwesen in der Nähe von Bispingen seit Jahren. Einige Highlights: Ein Terrassen-Seensystem, ein Bierflaschensammlung mit 16.000 noch original abgefüllten Flaschen aus 168 Ländern, eine ebenso große Streichholzschachtelsammlung, ein Standesamt, ein Raum mit Spinnennetzdach. Und natürlich die Jagd-Villa Iserhatsche, die 1914 im schwedischen Holzbaustil für den Königlich Preußischen Kommerzienrat Ernst Nölle gebaut wurde.

Irgendwie kein magischer Ort, aber trotzdem kommen alle gern. Kosmetikkönig Rossmann schmiss hier vor kurzem eine Party, der Prinz von Hannover kam zu Besuch, auch der Ministerpräsident mit Familie. Man wundert sich, das hier jemand so konsequent alles um sich selbst baut.

Das Anwesen liegt 60 Kilometer vor Hamburg, die Homepage gibt optisch einen guten Einblick in den fröhlichen Wahnsinn. Der Hausherr selber gibt die Führungen. Mit etwas Glück zeigt der Mann einem auch das Mausoleum, in dem er dereinst begraben werden soll.

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