Dorfrepublik Rüterberg an der Elbe
Historisches Sozialkonstrukt bei Dannenberg
Dieses mal sei eine Geschichte erzählt, bevor es an den Ausflugstipp geht.
Anfang August 1988 durfte der Schneidermeister Hans Rasenberger aus der DDR Verwandte in der BRD besuchen. Dort, im Länderdreieck von Deutschland, der Schweiz und Frankreich, erlebte er munteren Reiseverkehr, die Feier zum Nationalfeiertag der Schweiz und den bekannten Rütlischwur. Rasenberger ging das Thema an, denn er kam aus Rüterberg, einem kleinen Dorf in der Nähe von Dannenberg an der Elbe. Seit Jahren lebte man dort in einer absurden, weltweit vielleicht einmaligen Situation: man war nicht nur zur BRD durch einen hohen Zaun getrennt, sondern auch zur DDR selbst. Und dies kam so:
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Rüterberg zum Grenzdorf zwischen der sowjetischen und britischen Zone. Später kam es zwischen den geteilten Deutschlands zum Streit darüber, wo denn nun die Grenze an der Elbe verlaufe, durch die Mitte des Flusses, wie die DDR-Oberen meinten, oder das Ostufer, wie die BRD-Oberen meinten. Um ihren Standpunkt zu bekräftigen errichete die DDR 1967einen zweiten, inneren, Grenzzaun entland der Elbe und damit auch um Rüterberg. Somit war das Dorf von der DDR selbst abgeschnitten. Nur durch ein bewachtes Tor konnten die Bewohner nach Vorlage des Passierscheins verlassen oder betreten, Besucher…






